INVIOS im ExtraETF Magazin | Diversifikation: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“

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Während sie in der Theorie einfach anzuwenden ist, müssen Sie in der realen Welt auf die Details achten, insbesondere in Krisenzeiten. Geopolitische Spannungen, steigende Zinsen und makroökonomische Gegebenheiten können zu Kursrücksetzern führen. Das bedeutet auch, dass sich Korrelation im Laufe der Zeit verschieben, wodurch erfolgreiche Strategien der Vergangenheit in der Zukunft obsolet werden können. Darüber hinaus neigen Korrelationen zwischen vielen Vermögenswerten dazu, in Zeiten von Marktkrisen in die Höhe zu schnellen, eben genau dann, wenn eine Risikostreuung am nötigsten ist. Angesichts der Tatsache, dass 2022 ein historisch schlechtes Jahr für das 60/40-Portfolio war, stellen wir die Frage: Ist die Diversifikation Mittels ETF‘s über Anlageklassen hinweg noch eine sinnvolle Strategie?

Große Herausforderung: Steigende Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen

Das Interesse der Anleger an Aktien und Anleihen sollte in umgekehrtem Verhältnis zur Volatilität der Aktienmärkte und zum Wirtschaftswachstum stehen. Theoretisch führt die Volatilität der Märkte dazu, dass die Anleger Zuflucht in Anleihen als sicherere Anlagemöglichkeit suchen. Umgekehrt schafft eine starke Wirtschaft Vertrauen in das Ertragspotenzial der Unternehmen und veranlasst die Anleger, in Aktien umzuschichten. Leider ist dieser Zusammenhang nicht immer der Fall.

Die jüngsten wirtschaftlichen Faktoren wie Inflation und Zinssätze haben sich zeitgleich auf die Aktien- und Anleihemärkte ausgewirkt und die traditionelle Diversifikation über die sogenannte „Two-Asset-Strategie“ aktuell unmöglich gemacht. Denn eine hohe Inflation wirkt sich in der Regel sowohl auf die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren als auch von Aktien negativ aus, da sich die Preise an die höheren Realzinsen anpassen. Darüber hinaus verringerte die zunehmende Unsicherheit in der Wirtschaft die Risikobereitschaft der Anleger, so dass sie sich von beiden Anlageklassen abwendeten und liquideren Instrumenten wie Bargeld den Vorzug gaben. Volatile Inflationszahlen und uneinheitliche Signale der Zentralbanken trugen zusätzlich zum Abschwung bei Aktien und Anleihen bei.

Vorteil: Diversifikation über Anlageklassen hinweg bleibt bestehen

Die Risikostreuung über verschiedene Anlageklassen hinweg war aufgrund der positiven Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen eine Herausforderung, und das letzte Jahr war für 60/40-Portfolios das schlechteste Jahr seit 2008. Trotz der Schwierigkeiten im Jahr 2008 erzielte das 60/40-Portfolio im Jahr 2009 dank positiver Renditen aus Aktien und Anleihen einen bemerkenswerten Anstieg von 18%. Das gleiche Muster lässt sich im Jahr 1974 beobachten, als sich der Markt im folgenden Jahr mit einer Rendite von 28% erholte. In beiden Fällen gab es Schwierigkeiten, die auch nach der Erholung des Marktes anhielten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Renditen, aber dies könnte darauf hindeuten, dass es im Jahr 2023 mehr Aufwärtspotenzial als Abwärtsrisiken gibt. Für langfristige ETF-Anleger könnte es attraktiv bleiben, sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen zuzugreifen und dabei den Diversifikations- und den Cost-Average-Effekt weiterhin zu nutzen.

Fazit

Anstatt nach einer Universallösung zu suchen, könnten Anleger davon profitieren, ein gründliches Verständnis für Korrelationen sowie für Marktentwicklungen zu erlangen. Die Finanzbildung des Anlegers und die gründliche Portfoliohygiene werden von entscheidender Bedeutung sein, wie z.B. eine Neubewertung der eigenen Risikotoleranz bzw. ein Stresstest für die Depotallokation vorzunehmen. Wenn Sie Mindestgrößen von 500 Millionen Euro je ETF-Vehikel und die physische Unterlegung des Basiswertes bei der ETF-Auswahl beachten, kann die Aufnahme von ETFs eine kostengünstigere, flexiblere und diversifizierter Antwort auf die aktuellen Marktgeschehnisse sein.

Über den Autor: Nikolas Kreuz

Nikolas Kreuz ist Geschäftsführer der INVIOS GmbH Institut für Vermögenssicherung & Asset Management in Hamburg

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